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Flachsfest im Bauernmuseum Zabeltitz – Traditionelles Handwerk zum Anfassen

Das Flachsfest Zabeltitz 2026 lud am 27. September von 11 bis 17 Uhr dazu ein, traditionelles Handwerk zu erleben, selbst Hand anzulegen und einen sonnigen Herbsttag in besonderer Atmosphäre zu genießen.

Während nur etwa 100 Meter entfernt am Palais das Hubertusfest stattfand, drehte sich im historischen Dreiseithof des Bauernmuseums alles um eine der ältesten Kulturpflanzen unserer Region: den Flachs.

Vom eigenen Flachsanbau zur fertigen Leinenfaser

Das Bauernmuseum Zabeltitz ist Kooperationspartner des bundesweiten Mitmach- und Communityprojektes 1qmLein. Im museumseigenen Garten wird selbst Flachs angebaut, der beim diesjährigen Flachsfest im Mittelpunkt stand.

Die Idee hinter 1qmLein ist einfach und zugleich faszinierend: Die Teilnehmer erhalten Saatgut für einen Quadratmeter Flachs sowie ausführliche Informationen und Anleitungen zum Anbau, zur Pflege, zur Raufe und zur Röste.

Doch wie wird aus den getrockneten Flachsstängeln schließlich eine spinnbare Faser?

Genau hier kommen die zahlreichen Kooperationspartner ins Spiel. Über ganz Deutschland verteilt beteiligen sich Museen, Vereine und andere Einrichtungen an dem Projekt. Einmal jährlich laden sie die Teilnehmer zu einem Flachsfest ein und stellen die benötigten Geräte zur Fasergewinnung bereit.

So wird aus dem eigenen kleinen Flachsfeld ein gemeinschaftliches Erlebnis, bei dem traditionelles Wissen nicht nur vermittelt, sondern praktisch angewendet wird.

Flachsverarbeitung zum Zuschauen und Mitmachen

In Zabeltitz nutzten einige Teilnehmer des Projektes 1qmLein und zahlreiche weitere interessierte Besucher die Gelegenheit, die traditionelle Flachsverarbeitung kennenzulernen.

Die für die Flachsverarbeitung benötigten Geräte wurden vom Woll-Flachs-Atelier zur Verfügung gestellt.

Das engagierte Team von 1qmLein zeigte den gesamten Tag über mit viel Geduld und Begeisterung, wie aus den getrockneten Flachsstängeln die wertvollen, glänzenden Flachsfasern gewonnen werden.

Dabei blieb es nicht beim Zuschauen. Wer wollte, konnte unter fachkundiger Anleitung selbst Hand anlegen und ausprobieren, wie viel Kraft und Geschick die Fasergewinnung erfordert.

Der im Museumsgarten angebaute Flachs bot dafür das passende Ausgangsmaterial.

Beim Brechen, Schwingen und Hecheln wurde schnell deutlich, wie aufwendig die Herstellung von Leinenfasern früher war – und wie viel Erfahrung hinter diesem traditionellen Handwerk steckt.

Das Team von 1qmLein beantwortete zahlreiche Fragen, erklärte die einzelnen Arbeitsschritte und unterstützte die Besucher bei ihren ersten eigenen Versuchen.

Als Erinnerung an diesen besonderen Tag durften die Besucher ihre selbst gewonnenen Fasern, zu einem kleinen Flachszopf gebunden, selbstverständlich mit nach Hause nehmen.

Filigrane Kunstwerke aus Leinengarn

Eine weitere Bereicherung des Flachsfestes war die Klöppelgruppe der Musik- und Kunstschule Riesa.

Die Klöpplerinnen zeigten, wie aus feinem Leinengarn mit viel Geduld und Geschick kleine, kunstvolle Spitzenarbeiten entstehen.

Interessierte Besucher konnten den geschickten Händen bei der Arbeit zusehen und sich von Klöppellehrerin Angelika Krause erste Handgriffe des Klöppelns zeigen lassen.

So wurde an diesem Tag nicht nur die Gewinnung der Flachsfaser, sondern auch eine ihrer vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten lebendig.

Frischer Kuchen aus dem Holzofen und ein Hauch vergangener Zeiten

Auch abseits der Flachsverarbeitung hatte das Bauernmuseum einiges zu bieten.

Das Museumsteam verwöhnte die Besucher mit frisch gebackenem Kuchen aus dem Holzofen. Sein verführerischer Duft zog über den gesamten historischen Dreiseithof.

Bei Kaffee und Kuchen, einer Bratwurst, einem kühlen Bier oder einem Glas Apfelsaft aus den, im Museumsgarten geernteten Äpfeln, ließ sich der sonnige Herbsttag wunderbar genießen.

Die besondere Atmosphäre des Bauernhofes, auf dem die Zeit um 1900 beinahe stehen geblieben zu sein scheint, machte das Flachsfest zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Traditionelles Wissen bewahren und weitergeben

Das Flachsfest in Zabeltitz zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Orte wie das Bauernmuseum für die Bewahrung traditioneller Handwerkstechniken sind.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Projekt 1qmLein wird altes Wissen nicht nur erhalten, sondern an interessierte Menschen weitergegeben und von ihnen selbst ausprobiert.

Wer einmal aus eigenen Flachsstängeln einen kleinen Zopf glänzender Flachsfasern gewonnen hat, betrachtet das fertige Leinengewebe anschließend sicherlich mit anderen Augen.

Ein herzliches Dankeschön an das engagierte Team von 1qmLein, das Team des Bauernmuseums Zabeltitz, die Klöppelgruppe der Musik- und Kunstschule Riesa sowie alle weiteren Beteiligten, die diesen schönen Herbsttag mitgestaltet haben.

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